Das Schiff der Hoffnung – Die MS Helgoland im Vietnamkrieg

Deutschland 2014 | 45 min | ARD •
Die Dokumentation erzählt die Geschichte der MS „Helgoland“ im bis dahin größten humanitären Einsatz Deutschlands in einem Kriegsgebiet. Über fünf Jahre lang, von September 1966 bis Ende 1971, erfüllt die „Helgoland“ ihre neutrale Mission in Vietnam, die medizinische Versorgung der Zivilbevölkerung. Deutsche Ärzte und Schwestern erinnern sich an ihren gefährlichen Einsatz an Bord. Ihre privaten Fotos und Filmaufnahmen aus dieser Zeit lassen die Ereignisse hautnah miterleben. Ehemalige vietnamesische Patienten erinnern sich an Krieg, Ängste und die deutsche Hilfe auf dem „weißen Schiff der Hoffnung“.

Film von Reinhard Joksch
Kamera: Sabine Streckhardt
Ton: Sascha Cychykowsky

Erstausstrahlung: Das Erste, Montag, 22.09.14, 23:30 – 00:15

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Es war der bis dahin größte humanitäre Einsatz Deutschlands in einem ausländischen Kriegsgebiet und ein politischer Kompromiss: Medizin statt Munition. Das Bäderschiff MS „Helgoland“ wird zum Hospitalschiff umgebaut und zu einer schwimmenden Festung der Humanität im Vietnamkrieg. Statt Touristen zwischen Helgoland und Cuxhaven hin und her zu schippern, liegt es ab 1966 in den Häfen von Saigon und Da Nang als „weißes Schiff der Hoffnung“ mitten im Inferno des Krieges.

Eine Beteiligung am Vietnamkrieg fordert der US-amerikanische Präsident Lyndon B. Johnson im Dezember 1965 von den Deutschen. Mehrere tausend Soldaten sollen den kämpfenden Truppen in Vietnam beistehen. Doch Deutschland verweigert sich dieser Bitte des amerikanischen Bündnispartners und schickt stattdessen ein Hospitalschiff nach Vietnam. Ärzte und Krankenpfleger statt Soldaten.

In nur sechs Monaten war das Bäderschiff zum schwimmenden Hospital umgebaut worden. 150 Betten, drei Operationssäle und vier medizinische Fachabteilungen finden auf dem knapp 100 Meter langen Schiff Platz. Acht Ärzte und fast 30 Pflegekräfte leben über Monate in den schmalen Kojen und versorgen rund um die Uhr über 11.000 stationäre Fälle und 200.000 Patienten ambulant in der gesamten Zeit des Einsatzes. Der Andrang von Verletzten und Hilfesuchenden auf dem „schwimmenden Krankenhaus“ ist gigantisch.

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Über fünf Jahre lang, von September 1966 bis Ende 1971, erfüllt die „Helgoland“ ihre neutrale Mission in Vietnam, die medizinische Versorgung der Zivilbevölkerung. Behandelt wird jeder, der unbewaffnet und als Zivilperson kommt. Das führt dazu, dass Anhänger der Vietcong im Krankensaal neben Angehörigen der südvietnamesischen Armee liegen. Verletzte der verfeindeten Parteien Bett an Bett. Dafür ist die „Helgoland“ in Vietnam bis heute bekannt.

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So beliebt das Schiff im Kriegsgebiet ist, so kritisch wird es in Deutschland gesehen. In den ersten Monaten geistern Skandale und Skandälchen um angebliche Orgien auf dem Schiff durch die deutsche Presse. Und immer wieder gibt es Diskussionen um die Neutralität einer Mission, die am Ende eben doch vom Schutz der US-amerikanischen Soldaten und von deren Versorgungsmöglichkeiten abhängig ist. Doch der übermenschliche Einsatz der freiwilligen Helfer an Bord ist unbestritten.

Am 31. Dezember 1971 endet die Mission der „Helgoland“. Die gesamte medizinische Ausstattung wird an drei vietnamesische Krankenhäuser und eine Leprastation verschenkt. Dann verschwindet das deutsche Schiff aus Vietnam, als der Krieg noch nicht zu Ende ist und damit ein Stück Hoffnung.

Die Dokumentation erzählt die Geschichte der MS „Helgoland“ im bis dahin größten humanitären Einsatz Deutschlands in einem Kriegsgebiet. Deutsche Ärzte und Schwestern erinnern sich an ihren gefährlichen Einsatz an Bord. Ihre privaten Fotos und Filmaufnahmen aus dieser Zeit lassen die Ereignisse hautnah miterleben. Ehemalige vietnamesische Patienten erinnern sich an Krieg, Ängste und die deutsche Hilfe auf dem „weißen Schiff der Hoffnung“.

Link zur ARD:

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